Vereinsgeschichte
lm Herbst 1971 saßen einige junge Männer am Biertisch, schwärmten vom Fußball und fragten sich: „Warum soll in Stadelhofen nicht möglich sein, was in so vielen Ortschaften möglich war?" Und sie beschlossen: „Wir gründen einen Sportverein!"

Nach umfangreichen Vorgesprächen und einer „ausverkauften" Aufklärungsversammlung war es dann so weit: Am Freitag, dem 26. November 1971 fand in der Gaststätte Höfner die Gründungsversammlung statt. Als 123. Verein wurde die Spielgemeinschaft Stadelhofen in den Spielkreis Bamberg aufgenommen. Der Name des „Neuankömmlings", dem der Kreisspielleiter Josef Pauser und Spielgruppenleiter Erwin Storath Geburtshilfe leisteten, war wohl überlegt: Auch im heißesten Kampf auf dem Sportplatz müsse alles noch ein Spiel bleiben und nur in der Gemeinschaft könne ein Verein gedeihen.

Als es zur Wahl kam, waren in der Liste der Gründungsmitglieder bereits 66 Namen verzeichnet. Das Ergebnis der ersten Vorstandswahl: 1. Vorsitzender Georg Pitterich, 2. Vorsitzender Fritz Tempel, Schriftführer Josef Stengel, Kassier Thomas Oswald, Spielleiter Josef Eberlein und Jugendleiter Helmut Dittrich.

Bald wurde es lebendig im Verein. Obwohl für Verbandsspiele eigentlich zu klein, wurde der Schulsportplatz erst einmal auf Hochglanz gebracht. Um im Frühjahr, wenn man in die Rückrunde der Verbandsspiele außer Konkurrenz eingreifen wollte, fit zu sein, wurde umgehend im Gymnastikraum der Schule und in Wirthaussälen mit dem Konditionstraining begonnen. ln Ermangelung eines „hauptamtlichen" Trainers, leitete der Spielleiter diese „schweißtreibende Arbeit". Nach zähen Verhandlungen wurde an der Steinfelder Gasse auch ein Gelände für den neuen Sportplatz gefunden. Bald wurde auch hier mit Händen und Maschinen fleißig gewerkelt. Überall regte es sich und war die Begeisterung in dem jungen Verein spürbar. Der letzte Februarsonntag wurde dann zu einem großen Tag: Obwohl ein Training auf dem Sportplatz noch nicht möglich gewesen war, gelang der Jugendmannschaft in Breitengüßbach im ersten Spiel der erste Sieg. Alfred Gunzelmann konnte sich mit seinen beiden Toren zum 2:1 als erster in die Torschützenliste des Vereins eintragen. Groß waren Jubel und Freude bei der Heimkehr!

lm März griffen dann auch die Senioren mit zwei Mannschaften in das Spielgeschehen ein. Seit Herbst 1972 spielten dann regelmäßig zwei Mannschaften in der C- Klasse und eine Jugendmannschaft in den Verbandsrunden. Während die 1. Mannschaft ihre 7 Spiele der Rückrunde 1972 außer Konkurrenz noch alle mit einem Torverhältnis von 6:32 verlor, begann schon in der nächsten Runde der allmähliche Aufschwung. Der bisherige Höhepunkt wurde in der Saison 1979/80 mit einem 3. Platz der ersten Mannschaft mit 38:18 Punkten und 67 geschossenen Toren erreicht.

lm Laufe der 10 Jahre nahmen die Fußballer auch an vielen Pokalturnieren teil. Dabei konnten in Arnstein und Zeckendorf selbst gegen höherklassige Mannschaften wertvolle Siege erzielt werden. Viele Pokale zierten die Vitrine in der Vereinsgaststätte Tempel.

Nachdem im Frühjahr 1972 mit den ersten Arbeiten am neuen Sportplatz begonnen worden war, hatte ein kleines Häuflein Getreuer in 18 Monaten ein Schmuckstück geschaffen, das weit im Umkreis seinesgleichen suchte. Am Wochenende des 30. Juni und 1. Juli 1973 erreichte das junge Vereinsleben seinen ersten Höhepunkt: ln einer Einweihungsfeier, die gewiss noch allen Teilnehmern in bester Erinnerung ist, gab Ortspfarrer, Geistl. Rat Johannes Fischer dem neuen Sportplatz den kirchlichen Segen. Mit Landrat Otto Neukum, MdB Paul Röhner und dem Schirmherrn MdL Philip Vollkommer war die gesamte politische Prominenz auf den Jura gekommen. Als im Eröffnungsspiel dann auch noch der Patenverein FV Mistelfeld, der gerade in die B-Klasse aufgestiegen war, mit 4:3 besiegt werden konnte war das Glück vollkommen.

Beim Festkommers hatte es eine Überraschung gegeben: Der Vorstand des Patenvereins hatte ein vergilbtes Diplom mitgebracht, das von einem 6:2 Sieg der DJK Mistelfeld über den FC Stadelhofen Kunde brachte.

Dann kehrte wieder Alltag ein und mit ihm neue Arbeit: Die Umkleidemöglichkeiten waren allmählich unzumutbar geworden, vor allem für die Gastmannschaften. Also begannen neues Planen und Arbeiten. Wieder waren die Idealisten aufgerufen, um vereineseigne neue Umkleideräume zu bauen. Vereinswirt Heinz Tempel stellte in seinem Garten einen Platz dafür zur Verfügung. Am 25. Juli 1976 konnte Geistl. Rat Johannes Fischer dem neuen Sportlerheim die kirchliche Weihe erteilen. Wieder konnte mit einer Festwoche mit Sport und Unterhaltung ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte verzeichnet werden.

Aber nicht nur Fußball wurde gespielt. Die herrliche Landschaft auf dem Jura reizte natürlich naturverbundene Menschen zum Wandern einzuladen. So konnte im Januar 1976 die erste Volkswanderung durchgeführt werden, der noch zwei weitere folgten. Mit Bezirkstagspräsident Hergenröder und Landrat Neukum konnten auch hierzu jeweils prominente Gäste begrüßt werden.

Die Schönheit des Sportplatzes blieb auch der Studentenverbindung „Schlaraffia" nicht verborgen. Seit 1976 treffen sich die Schlaraffen aus Bamberg und Bayreuth zu sportlichem, vergnügtem Wettstreit und geselligem Geisammensein. Und sie kommen immer gerne wieder.

Auch auf geselligem Gebiet hat die SGS in den letzten Jahren eine Rolle in der Gemeinde gespielt. Mehrere Tanzveranstaltungen im Jahre locken Alt und Jung auf das Tanzparkett. Die Schafkopfrennen sind seit Jahren eine Attraktion auf dem Jura. An meist mehr als 70 Tischen wird um wertvolle Preise gekartet.

Die Mitgliederbewegung stieg ständig an. Zum Beginn des Jubiläumsjahres konnte das 200. Mitglied begrüßt werden.

Die Neuwahlen in den Jahreshauptversammlungen brachten auf den meisten Postenimmer wieder mal eine Veränderung. Drei jedoch sind seit der Gründungsversammlungmit den gleichen Getreuen besetzt: 1. Vorsitzender Georg Pitterich, Schriftführer Josef Stengel und Spielleiter Josef Eberlein. Neben diesen bilden im Jubiläumsjahrdie weitere Vorstandschaft: 2. Vorsitzender Thomas Oswald, Kassier lsolde Stengel, Jakob Kraus, 2. Spielleiter Georg Gunzelmann, Jugendleiter Helmut Dittrich undThomas Oswald, Platzwarte Phillipp Heumann und Wilhelm Reichert.

An der Schwelle zum 2. Jahrzehnt sei all denen, die durch ihren freiwilligen Einsatz,sei es in der Führung des Vereins oder durch fleißige Arbeit, dem Verein gedient haben. von Herzen Dank gesagt.

Wenn auch in Zukunft alle Mitglieder, ob aktiv oder passiv treu zu ihrer SGS stehen, dann wird sie auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, blühen und gedeihen. Wenn die Spieler unter ihrem Trainer Kaiser weiter fleißig lernen und üben, dann wird auch einmal der Aufstieg in eine höhere Klasse gelingen. Dass er dies selbst noch erlebt, wünscht sich und der Spielgemeinschaft Stadelhofen der Chronist.

ln der Zwischenzeit sind fünf Jahre ins Land gezogen und die SGS schickt sich an, ihren 15. Geburtstag zu feiern. Was hat sich nun in dieser Zeit getan? Gab es Fortschritt, Stillstand oder gar Rückschritt? Im Folgenden sollen die wichtigsten Ereignisse dargestellt werden. Nach langen und intensiven Vorbereitungen war es im Juli 1981 soweit: Die Spielgemeinschaft Stadelhofen konnte ihr zehnjähriges Gründungsfest feiern. Der Verein gestaltete unter Schirmherrschaft von D. Morgenroth das Jubiläum während einer Festwoche, die mit einem Pokalturnier verbunden war. Wie schon oftmals vorher, gab es auch bei dieser Veranstaltung zahlreiche Höhepunkte, die zum guten Gelingen der Feier beitrugen.

Bereits am Freitag konnte der Festausschußvorsitzende Leonhard Eberlein Gäste und Freunde der SG aus Roschbach (Rheinpfalz) begrüßen, die extra angereist waren, um dieses Jubiläum mitzuerleben. Zum Auftakt des zweiten Festwochenendes traten beim großen bunten Abend die Steigerwälder Musikanten mit einem zünftigen Unterhaltungsprogramm auf, so dass diese Stunden unter allen Anwesenden viel Freude und gute Laune verbreiteten.

Der Festkommers am Samstag bildete den vereinsinternen Höhepunkt des Gründungsjubiläums. Mit Urkunden und Nadeln des BLSV ehrte Spielgruppenleiter Erwin Storath den 1. Vorstand Georg Pitterich, den Spielleiter Josef Eberlein, den Kassier, Jugendleiter und 2. Vorstand Thomas Oswald, sowie den Schriftführer Josef Stengel für zehnjährige Tätigkeit, weiterhin den Jugendleiter Helmut Dittrich und den Schiedsrichter Georg Gunzelmann für fünfjährige Tätigkeit in der Vorstandschaft.

Bereits zum sechsten Mal erschienen auch bei dieser großen Veranstaltung die Schlaraffen-Freunde aus den Reichen Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Kulmbach, Nürnberg und Schweinfurt um bei ihnen sogenannten "Frankenstadion" in "St. Adelhofen", wo sie wie alljährlich Spiele und Wettkämpfe austrugen und sich wie immer sichtlich wohl fühlten. Das Ende des Jubiläums begann mit einem Feldgottesdienst auf dem Sportgelände, den eine heimische Jugendgesanggruppe unter Leitung von Baptist Lang, sowie die Blaskapelle Stadelhofen gestalteten. Ein großer Festzug hatte vorher zahlreiche Menschen zum Altar gebracht.

Eines ist sicher. Ohne zahlreiche Helfer und Mitwirkende, wobei auch der katholische Frauenbund unter Leitung von Oslinde Reichert zu erwähnen ist, die von Anfang bis Ende intensiven Einsatz zeigten, wäre diese Veranstaltung nicht so hervorragend gelungen.

Als Sieger des Pokalturniers konnten sich in der B-Gruppe der Sportclub Weismain, sowie in der C-Gruppe der AS/ Stübig über Pokale freuen. Doch gingen auch die übrigen Mannschaften nicht leer aus.

Nach dem zehnjährigen Geburtstag der SGS wurden in der Jahreshauptversammlung 1982 Neuwahlen notwendig, da der langjährige Vorstand Georg Pitterich seinen Rücktritt bekanntgab. Das Ergebnis dieser Wahl sah folgendermaßen aus: Der 2. Vorstand Thomas Oswald konnte mit nur einer Gegenstimme das Amt des 1. Vorsitzenden antreten; weiterhin wurde Leonhard Eberlein mit großer Mehrheit zum 2. Vorstand des Vereines gewählt.

lm Juli 1982 stand die jüngste Gruppe der Stadelhofener Fußballer im Mittelpunkt des Vereinslebens. Die Fußballjugend unter Leitung von Harald Bergmann und Stellvertreter Wilhelm Reichert hatte allen Grund zum Feiern. Ohne Niederlage war es ihnen gelungen, die Kreismeisterschaft zu erkämpfen, wobei Peter Linz mit 49 Toren als Torschützenkönig hervorging. Diese großartige Leistung wurde im Saal Schrenker unter Anwesenheit der Vorstandschaft mit einem Spanferkel, das H. Bergmann und L. Eberlein stifteten, gebührend gefeiert.

lm Laufe der Zeit waren Verbesserungen und neue ldeen nicht aufzuhalten. Das Dach des im Juli 1976 eingeweihten Sportlerheimes wurde schon nach wenigen Jahren wasserdurchlässig. Aus diesem Grund entschloss man sich, das Flachdach durch ein Giebeldach zu ersetzen und gleichzeitig den gesamten Bau um vier Meter zu verlängern, um ausreichende Räumlichkeiten für Geräte zu schaffen. Nur aufgrund des intensiven Einsatzes vereinstreuer Mitglieder, wobei Hans Pitterich und Paul Dorsch, die nie bei den Arbeiten fehlten, hervorzuheben sind, sowie großzügiger Spenden der Gemeinde und Unterstützung der Firmen Preissinger und Bap. Eberlein wurde es ermöglicht, bereits am 10. November 1984 Richtfest mit Richtschmaus im Vereinslokal Tempel zu feiern. Schließlich wurde in den darauffolgenden Monaten alles darangesetzt, um das nun ideale Vereinsheim endgültig zu verschönern. 1985 gab es erneut Veränderungen in der Spitze des Vereines.

ln der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder mit großer Mehrheit den bisher 2. Vorstand Leonhard Eberlejin zum 1. Vorsitzenden der SG Stadelhofen. Somit wurde auch die Wahl eines 2. Vorstandes notwendig. In einer weiteren Mitgliederversammlung ernannte man Alfred Gunzelmann für dieses Amt.

Die Entwicklung und das Wachstum der Spielgemeinschaft standen keineswegs stilI. 1985 beschloss man, auch die jüngsten Fußballanhänger zu integrieren. Die Gründung einer Schülermannschaft unter Leitung von Werner Linz wurde besonders von den "Junioren" mit großer Begeisterung begrüßt. Mit viel Schwung und Elan stiegen sie in die Runde ein und zeigten in den ersten Einsätzen ihre Spielfreude. Schließlich wollten auch die Damen nicht zu kurz kommen. Um auch ihnen eine Möglichkeit sportlicher Betätigung zu geben, gründete man 1986 unter Vorsitz der Frauenvertreterin Online Reichert eine Damengymnastikgruppe, die nach einigen Schwierigkeiten ihre Übungen in der Mehrzweckhalle der Schule in Stadelhofen abhalten kann. Durch diese lnitiativen stieg die Mitgliederzahl der SGS weiter an. Während beim letzten Jubiläum des Vereines das 200. Mitglied begrüßt werden konnte, zählt die SGS heute bereits 260 Mitglieder.

Stellen wir uns noch einmal die Frage: Gab es nun Fortschritt, Stillstand oder Rückschritt? Sicher gab es auf manchem Gebiet einen erfreulichen Fortschritt. Doch denken wir an die dritte Strophe des Vereinsliedes: "Die C-Klasse, sie hält uns nicht .....", und schauen wir uns dazu die Abschlusstabelle des Spieljahres 1985/86 an, dann sollte man sich, ohne die Geburtstagsfreude trüben zu wollen, die Frage stellen: 'Was müsste in Zukunft besser werden?"

Vielleicht hilft dieses kleine Stück des Humoristen Heinz Erhard, die Sprossen derErfolgsleiter zu besteigen: Ein Lateiner sagte einmal: "Wer die Waden hat, braucht für den Sport nicht zu sorgen!" Womit zweifelsfrei bewiesen ist, dass man schon in alten Zeiten dem Fußballspiel gefrönt hat. Glücklicherweise gibt es heute nur wenige, die für diese Sportart nichts übrighaben. Sie stehen abseits - und gerade das ist beim Fußball streng verboten! Man muss immer am Ball bleiben, immer hinter ihm herrasen. Deshalb zählt man den Fußballsport auch zu den Rasenspielen.

Aber wenn diese schöne Spiel auch Fußball heißt, so darf man es nicht nur mit dem Fuß, sondern muss es auch mit dem Kopf spielen. Leider ist in der Regel diese Regel wenig bekannt, und wir wollen nur hoffen, dass bei unseren nächsten Spielen dieser vernachlässigte Körperteil wieder zu seinem Recht kommt.